WIE WÄHLE ICH DIE RICHTIGE FORSTSEILWINDE AUS? – TEIL 1
JOS: Praktische Tipps und Erfahrungen aus dem Wald
Wenn ich vor der Entscheidung stehe, eine neue Forstseilwinde (im Folgenden „Winde“) anzuschaffen, sollte ich mir einige grundlegende Fragen stellen und diese auch ehrlich beantworten. Dabei setze ich voraus, dass ich weiß, was eine Forstseilwinde ist, eine bestimmte Waldfläche bewirtschafte und/oder Holzrückearbeiten anbiete.
Welche Marke soll ich wählen?
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Hersteller von Forstseilwinden – manche etablierter, manche weniger. Das Unternehmen Tajfun stellt seit 1979 serienmäßig Forstseilwinden her. Bis heute haben weltweit über 200.000 Anwender mit ihrem Feedback zur Entwicklung einer Winde beigetragen, die unter nahezu allen Bedingungen als verlässlicher Helfer gilt.
Die folgenden Fragen helfen wesentlich bei der Auswahl:
- Welche Winde besitze ich bereits? Falls keine, ist diese Frage irrelevant. Falls doch, kenne ich ihre Eigenschaften und Leistungsgrenzen – das erleichtert die Entscheidung.
- An welchen Schlepper (Traktor) wird die Winde angebaut?
- Welche Zugkraft benötige ich – bzw. kann ich nutzen?
- Wie sieht das Rückesystem im Wald aus? Gibt es parallele Rückegassen oder sind diese weit auseinander? Das ist wichtig für die Seillänge (Größe der Seiltrommel).
- Wie stark ist das Gelände geneigt? Steiles Gelände erfordert längere Seile und gegebenenfalls den Einsatz einer Umlenkrolle – auch dies betrifft die Seillänge.
- Wie groß ist die Waldfläche, auf der ich arbeite? Unter oder über 2 ha? Davon hängt auch ab, ob ich eine mechanische oder elektrohydraulische Steuerung (EH) wähle.
- Wie viele Tage im Jahr arbeite ich mit der Winde im Wald? Auch das beeinflusst die Entscheidung zwischen mechanischer oder EH-Steuerung.
- Wie ist der Bodenaufbau meines Waldes – steinig, sandig oder eher Erde? Dies wirkt sich auf die Wahl des passenden Seiltyps aus.
- Wie dick sind die Stämme, die ich üblicherweise rücke? Das ist entscheidend für die Wahl des Seilendstücks.
- Verfüge ich über das nötige Wissen und die Erfahrung im sicheren Umgang mit der Winde? Eine oft vernachlässigte, aber sicherheitsrelevante Frage.
Noch keine Winde? Ich kaufe meine erste: Die Basis ist der Antrieb – der Traktor!
Bevor ich eine Winde auswähle, muss ich mich mit dem Antriebsgerät – also meinem Traktor – auseinandersetzen.
Zunächst ist die Größe der Bohrungen an den Unterlenkern entscheidend:
- Anbaukategorie I (22 mm),
- II (28 mm) oder
- III (36 mm).
Die Anbaukategorie ist in der Regel in den technischen Daten der Winden angegeben. Ich nehme also nur solche Winden in die engere Auswahl, die mit meinem Traktor kompatibel sind.

Dann ordne ich meinen Traktor anhand seiner Leistungsklasse ein:
- klein: 15–35 PS
- kleiner: 20–50 PS
- mittel: 35–70 PS, 50–90 PS
- groß: 70–135 PS
- sehr groß: über 100 PS
Anschließend prüfe ich in der technischen Tabelle, welche Winden zur Leistung meines Traktors passen.
Weitere Überlegungen:
- Die Zugkraft der Winde muss zur Traktorleistung und -masse passen, ebenso zur Seillänge und -durchmesser.
- Die Hubkraft der Unterlenker zeigt, wie viel zusätzliche Last – neben dem Eigengewicht der Winde – transportiert werden kann.
- Ältere Traktoren sind in der Regel schwerer – in diesem Fall ein Vorteil. Das Eigengewicht der Winde wiederum sagt viel über ihre Robustheit aus.
Wenn mein Traktor über Vorderradantrieb verfügt, ist die Stabilität durch die bessere Gewichtsverteilung von Haus aus größer – diese kann zusätzlich durch Frontgewichte verbessert werden.

In der Praxis gilt: Der Traktor-Winden-Betrieb ist zuverlässig, wenn das Traktor-Gewicht mindestens die Hälfte der Winden-Zugkraft beträgt. Die zweite Hälfte der Stabilität muss durch das Verankern der Winde (z. B. mittels Erdanker oder Anschlagmittel) gewährleistet werden. Wenn ich die Winde an der Front-Hydraulik betreibe, ist die Längsstabilität meist gegeben.
Nach diesen Schritten bin ich der Auswahl der passenden Winde bereits einen großen Schritt näher. Um die Arbeit noch effizienter, sicherer und langfristig wirtschaftlich zu gestalten, sollte ich auch weitere Faktoren einbeziehen, die langfristig meine Investition im Forstbereich beeinflussen.
Im nächsten Beitrag widme ich mich daher der Wahl der passenden Winde in Abhängigkeit vom Gelände, der Waldgröße, der Baumstärke sowie der Arbeitsintensität.
Bleiben Sie dran – im nächsten Teil teile ich konkrete Praxiserfahrungen und Beispiele zur Windenwahl direkt aus dem Forstbetrieb!
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